EU-Parlament beschließt: mehr Rechte für Handy- und Internetnutzer

Nach zwei Jahren hat das EU-Parlament nun endlich einen neuen Rechtsrahmen für die Telekommunikations- und Internetbranche festgelegt. Dieser tritt Mitte 2011 in Kraft und enthält folgende Neuerungen:
Verträge
Ein Mobilfunk- oder Internetvertrag darf maximal für einen Zeitraum von 24 Monaten abgeschlossen werden.
Besserer Datenschutz
Telekommunikations- und Internet-Anbieter müssen die privaten Daten ihrer Kunden besser schützen, damit diese nicht von Kriminellen ausgelesen werden können.
Anbieterwechsel
Ein Wechsel soll innerhalb eines Tages möglich sein, Rufnummernmitnahme inklusive.
Preispolitik
Anbieter müssen künftig besser und übersichtlicher über ihre Preise und andere Vertragsbedingungen informieren.
Internetsperren
Ein Internetzugang darf in Zukunft nicht mehr ohne weiteres gesperrt werden. Sollte eine Sperrung zum Beispiel aufgrund von Raubkopien geplant sein, muss diese in einem fairen Verfahren verhandelt werden und der Beschuldigte bekommt das Recht auf eine Anhörung. Ausnahmen: Verbreitung von Informationen über Terrorismus oder Kinderpornographie.
Internet Cookies
Besuchen Sie eine Webseite, speichert ihr Internetbrowser Informationen dieser Seite ab und liest diese bei einem Wiederbesuch aus, um zum Beispiel Spracheinstellungen, die sie bereits vorgenommen haben, für Sie zu speichern. Da diese so genannten Cookies aber immer häufiger missbraucht werden und dazu benutzt werden heimlich Daten der User auszuspähen, sind Webseiten nun dazu verpflichtet Cookies nur mit vorheriger Zustimmung der Verbraucher auf deren Computer abzulegen.
Sondernummern
Die kostenlose Notrufnummer 112 soll europaweit einheitlich und flächendeckend erreichbar sein. Auch eine Hotline für vermisste Kinder wird es unter der Rufnummer 116000 geben. In fernerer Zukunft soll dann noch eine einheitliche Vorwahl 3883 für alle EU-Länder hinzukommen und es eine einheitliche Telefonnummer geben unter der man gestohlene Handys melden und sperren lassen kann.